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Viel Spass!!!

20.12.11 10:05


Adventsfenster

Seit einigen Jahren hat sich eine dreidimensionale Variante des Adventskalenders etabliert: die Adventsfenster. Ein Dorf oder Quartier sammelt 24 Bewohner, die bereit sind, ihr Fenster festlich zu schmücken. Dann pilgern sie jeden einzelnen Dezembertag bis Weihnachten zu den Fenstern mit der entsprechenden Nummer, gucken sich an, was sich Frau Nachbarin Kreatives ausgedacht hat, und trinken Glühwein bis zum Abwinken.

Wie ich heute im Zug erfahren durfte, haben diese Adventsfenster es in sich. Denn: da gibt es den Tick mit der Nummer. "Das Fenster kann noch so schön sein", so Frau X., "wenn man die Nummer nicht gross genug drauf hat, ist es abgeschrieben." Schlimm auch, wer es wagt, Adventsfenster vom letzten Jahr zu recyclen. Sprüche wie "Da hast du den Preis aber rausgeholt!" muss sich der faule Bastler da anhören.

Bei den Adventsfenster-Besuchern soll es welche geben, die essen vorher extra nichts und schlagen sich dann am Apéro die Bäuche voll. Skandalös.

Ich habe kein Adventsfenster. Und plane auch keins. Aber die Überlegung, ab und zu so ein Adventsfensterapéro zu besuchen um Essensgeld zu sparen und gratis (Glüh-)Wein zu trinken ist verlockend. Muss beim nächsten Spaziergang durchs Quartier mal nachschauen, wo die Adventsfenster versteckt sind.

 

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28.11.11 14:17


In der Apotheke

Nachdem ich all die horrenden Arztrechnungen beglichen habe, machte sich bereits die nächste Krankheit bemerkbar. Mundwinkel-Spältchen. Diese lästigen Dinger. Sie beginnen klein, dann plötzlich kleben sie wie ein Geschwür im Mundwinkel und wenn man dann Spaghetti isst, sagt jeder: "Du bist da noch etwas verschmiert." - "Nee, tschuldigung, das ist ein Ausschlag." Roter Kopf und stummes Weiteressen. Nach zwei Wochen, in denen ich diese Spalte mit indischem Balsam überpflastert und mit Antibakterium bemalt habe, war ich des Ausschlags überdrüssig. Und besuchte - wohlweislich - nicht einen Arzt, sondern die Apotheke. Eine Apotheke ist sowas wie eine öffentliche Arztpraxis. Man stellt sich in eine Schlange (aka Wartesaal), lässt sich von unbekannten Erregern behusten und atmet Bakterien a Gogo ein. Bis man schliesslich am Tresen steht, wo man in aller Öffentlichkeit so leise wie möglich über sein Leiden spricht. Apothekenbesuche sind Glückssache. Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Apothekern: Der eine fragt laut und deutlich nach "Haben Sie sonst noch wo einen Ausschlag?" - der andere passt sich der Lautstärke ihrer Kunden an und bittet dezent um Auskunft. Ein weiterer Glücksfaktor ist die Kompetenz des Apothekers. Erwischt man eine Lehrtochter, kann man sich in der Regel gerade so gut selbst die Medikamente verschreiben - da man sich allermeistens sowieso schon per Internet über alle möglichen und unmöglichen Diagnosen schlau gemacht hat. Daher gehe ich immer auf die Grauhaarigen! Die hören das Wort "Spalte im Mundwinkel" bestimmt nicht zum ersten Mal und hatten in ihrem Berufsleben genügend Möglichkeiten, entsprechende Behandlungsmethoden auszutesten. Ich erwischte glücklicherweise eine graumelierte Apothekerin mit der nötigen Sensibilität, die mir gleich Pillen für 45.- verschrieb (Wucher!), die sie auch noch selber abfüllte (darum der Preis). Nun schlucke ich Vitamin B12 in Plastikdöschen, so gross wie mein Fingernagel und dick wie ein Bleistift (alles selbstgebastelt). Das kann ja nur gut gehen... --------------------------------------------------------------------
9.11.11 08:00


Stiefelstaffete

Sobald es kälter wird, stiefeln sie über die Strasse. In allen möglichen und unmöglichen Farben und Formen. Das letzte Exemplar, welches mich schliesslich zum Schreiben nötigte, lief mir heute Morgen im Hauptbahnhof Zürich über den Weg. In undefinierbarem Grün, sowas zwischen Ocker und Schlamm. Kniehoch mit Sattelausschnitt. Glänzend. Was als stylischer Winterstiefel gekauft wurde, sieht leider angezogen aus wie das ideale Schuhwerk für Angler.

Und genau das, liebe Freunde, ist die Schwierigkeit beim Stiefelkauf. Obwohl Stiefel ultra praktisch sind, manchmal sehr sexy daherkommen und auf jeden Fall den Look ihrer Trägerin pimpen, ist die Grenze zum Reit- oder Angelsport haarscharf. Und wer will schon aussehen wie unterwegs zum Reitstall/Fluss?

Hat man beim Probieren eines neuen Stiefelpaars auch nur entfernt den Eindruck, man könnte gerade auch echte Gummistiefel tragen: Sofort zurück ins Regal. Sonst kriegt man zu Weihnachten noch eine Angelrute (im Falle von Reitstiefel-Äquivalenten eine Peitsche) geschenkt.

Eine letzte Bitte noch: Schneidet bei den Overknee-Stiefel den Teil rund ums Kniegelenk ab! Das war zwar im letzten Winter total angesagt, funktioniert aber allerhöchstens nur dann, wenn die Stiefel nicht im XXL-Durchmesser um die Knie schlabbern. So gesehen gestern Mittag in der Hauptstadt. 

Da die Kriterien für gute Hochschuhe so dermassen schwierig zu erfüllen sind, warte ich nach wie vor auf mein schwarzes Winterpaar. Denn mit den Stiefeln ist es wie mit dem Mann. Lieber keinen, als den falschen.

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27.10.11 10:45


Verwählt

Die Antahl der Leute, die mir freundlich zulächeln, hat sich in den letzten paar Tagen vervielfacht. Sie grinsen von Plakatwänden, Stellwänden, auf Flyern, Zeitungen und zwischen den Briefcouverts meiner persönlichen Post. Sie sind omnipräsent und wenn in der Zeitung über Big Brother berichtet wird, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass Big Brother ein Gesicht hat. Mehrere Gesichter um genau zu sein. Die Gesichter der Möchtegern-Politiker.

Wie wenn ich mir auch nur eines dieser Grinsen merken könnte. Eins ist schiefer als das andere. Aber sie alle gehören zu einem Anzugträger mit föhnfrisiertem Seitenscheitel. Der Umsatz in der Fotografenindustrie muss seit Beginn des Wahlkampfs ständig zugenommen haben. Die Termine in den Fotostudios waren bis anhin komplett ausgebucht.

In einer Woche ist Schluss. Dannw erden die Plakate verschwinden, auf dem hauseigenen Scheiterhaufen verbrannt oder stolz im Wohnzimmer aufgehängt.

Wer nicht wählen geht, sollte sich schämen - sagt man. Und nimmt das Wort "arabischer Frühling" in den Mund. Doch wie soll man bei dieser konstanten Reizüberflutung grinsender Pferdegebissen überhaupt wissen, welches von denen zu einem schlauen Kopf gehört, der dann auch was Gescheites bewirken kann? Ich weiss es nicht. Und werde mir die Möchtegern-Politiker-Gallerie heute Abend ein weiteres Mal ganz genau anschauen.

 

17.10.11 16:35


OPs

Vor nicht allzu langer Zeit lag ich auf demselben Bett. Damals bespritzte Frau Doktor meine Haut mit Wasser (ist das echt noch State of the Art???) und suchte mit einer Lupe nach Hautkrebs. Sie wurde fündig. Zwei verdächtige Fleckchen ("Behalten wir im Auge" ). Ein höchstverdächtiger Fleck von einem Quadratmilimeter ("Den schnippeln wir weg!" ).

Das mit dem Schnippeln war heute. Wieder lag ich auf dem Schragen, das verdächtige Mal auf dem Rücken. Unter mir überdimensioniertes Küchenpapier, das am Körper klebt.

Am Anfang hielt ich den Kopf noch Richtung Instrumenten-Schrank. So konnte ich immer checken, was sich da so alles tut. Frau Doktor kramte in einer Schublade, beugte sich über meinen Rücken: "Ich setze jetzt an zur Spritze". Spritze? Davon war nie die Rede! Lokale Betäubung, das bedeutet für mich Haut mittels Flüssigkeit unempfindlich machen. Aber nicht Stechen und erst recht nicht Flüssigkeit durch eine kleine Öffnung in meine Muskeln drücken. Wegrennen ging nicht. Ich drehte den Kopf in die andere Richtung und stellte mir vor, ich liege am Strand.

Nachdem sie die Spritze durchgedrückt hatte, verliess die Hautärztin den Raum. Alleingelassen während dieser dramatischen Anfangsphase der Operation fühlte ich, wie sich die Betäubung immer mehr ausbreitete. Nur noch eine Frage der Zeit, bis mein Herz aufhört zu schlagen, weil die Dosierung viel zu hoch war.

Nach einigen Minuten kam die Frau Doktor zurück und mit ihr die Operationsassistentin. Gemeinsam schnippelten sie das Muttermal aus dem Rücken. Die Assistentin tupfte nonstop Blut weg (ich weiss, wie das aussieht auf meinem Rücken, schliesslich gucke ich Grey's Anatomy: Scharfe Klinge, viel Blut.) "Fühlen Sie was?", fragt die Ärztin. Ich verneine. Mein ganzer Rücken ist tot.

Schliesslich zog sie Fäden durch die gefühllose Haut. Ein letztes Mal getupft, Pflaster drauf. "Gehts Ihnen gut?", fragte die Assistentin. Ich nickte (was soll ich sagen) und verlasse leicht belämmert die Praxis. 

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10.8.11 15:43


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